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 6. 12. 2009 - Das Jahrbuch 2010 wird vorgestellt

 

 

FEIERLICH PRÄSENTIERT wurde kürzlich das Jahrbuch 2010 des Dieburger Heimatvereins im Museum Schloss Fechenbach: 26 Autoren lieferten den Stoff für 380 informative und unterhaltsame Seiten des Werks, das den Namen „Jahrbuch 2010 - Dieburg - Erbe und Gegen­wart" trägt und zum Preis von 18 Euro in den Dieburger Buchhandlungen und beim Heimatverein zu erhalten ist (15 Euro bei Vorlage des Mitgliedsausweises ). Bei der Präsentation im Museum dankte Anne Sattig (links) den an der Buchproduktion Beteiligten - insbesondere den Autoren. Ein dickes Lob für das Werk gab es auch in den Rezensionen von Hans Dörr und Manfred Göbel. Manfred Müller (Key­board) und Inge Zimber (Gesang) rahmten die Veranstaltung musikalisch ein.            jd/Foto: Dörr/Schirling - 6. 12. 2009

 



 

 28. 11. 2009 - Die Nachtwächter-Rundgänge beginnen

 

STIMMUNGSVOLL erleuchtet wird die Innenstadt die nächsten Freitagabende von den Laternen der gestern von Schultheiß Werner Thomas vereidigten Nachtwächter. Der Amtseinsetzung stand nichts im Wege, da keiner der Kandidaten durch ungebührliches Verhalten oder das Absingen schmutziger Lieder aufgefallen war. Heimatvereinsvorsitzende Anne Sattig musste allerdings ein kleines Zugeständnis an den „Wutze-Schnuppe " (Schweinegrippe) machen: Statt des üblichen Löffeltrunks zu Beginn der Nachtwächterrundgänge wurde sicherheitshalber per Schnapsglas angestoßen. Am Freitag. 11. Dezember, findet um 17.30 Uhr einmalig ein dritter Rundgang statt. Karten gibt es im Silberhaus in der Steinstraße zum Preis von sechs Euro.

Foto: Hager/Dieburger Anzeiger vom 28.11.2009

 



 Der HVD hat eine eigene Homepage

 

 

Mit einem Klick zum Heimatverein: Neue Homepage

Dieburg (hov)

Viele Jahre lang war der Heimatverein heimatlos - zumindest in der digitalen Welt. Eine eigene Homepage war nicht vonnöten, weil Bernd Grimm auf seiner in der Stadt bekannten und beliebten Seite www.dibborsch.de die Termine des Heimatvereins mit veröffentlichte. Als der sich jedoch Anfang des Jahres dazu entschied, seine Seite künftig schwerpunktmäßig der Fastnacht zu widmen, musste beim Heimatverein eine andere, eine eigene Lösung her.

Weil ihm „der PC nicht fremd" war, erhielt der stellvertretende Vorsitzende Heinz G. Schirling den Auftrag, www.heimatverein-dieburg.de zu gestalten.

Seit Ostern werden die Besucher von www.heimatverein-dieburg.de nun auf der Startseite mit einem Bild des Mühlturms begrüßt. Von dort aus geht's weiter mit aktuellen Terminen und Veranstaltungen des Vereins, einem Pressespiegel und der Vorstellung von Vereinsprojekten. Die inzwischen zwölf Bücher, die die Dieburger Heimatkundler publiziert haben, werden vorgestellt und kommentiert. Die Rubrik „Dieburger Ansichten" enthält Bilder von Lieblingsplätzen und schönen Winkeln der Stadt und soll Stück für Stück erweitert werden - „vermutlich eine Dauerbaustelle", sagte Heinz G. Schirling und lacht.

Wer Mitglied im Heimatverein werden will, findet auf der Homepage ein übersichtliches Formular, wer Kontakt aufnehmen will, findet Rufnummern und Ansprechpartner.

Wenn der stellvertretende Vorsitzende jetzt, nach einen halben Jahr, auf sein Werk schaut, weiß er, dass sich die Mühe gelohnt hat. „Die Arbeit an der Internetseite kostet viel Zeit, macht aber auch viel Freude, besonders wenn ich erfahre, dass die Seite auch angeschaut wird."

Dass dies der Fall ist, weiß Schirling nicht durch das Studium von Klick-Zahlen. „Zahlen interessieren mich nicht so sehr, sondern mehr der persönliche Kontakt, das Gespräch mit den Nutzern." Dies will er weiterhin suchen und die Seite ständig aktuell halten, „denn nichts ist für einen Interessenten enttäuschender, als das Programm von gestern."

Dieburger Anzeiger vom 22. 10. 2009, gekürzt

  



 September 2009 - Weinlese im Groß-Umstädter Wingert

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine kleine Abordnung des Heimatvereins Dieburg e.V. war am letzten Montag bei strahlendem Sonnenschein im Wingert auf dem Groß-Umstädter Herrenberg in der Weinlage Steingerück zur Weinlese. Andreas Petermann erzeugt hier Trauben gemäß den ökologischen Weinbaurichtlinien. Der Wein kann bei Vinum Autmundis, der Winzergenossenschaft in Groß-Umstadt unter dem Namen „Johanniter“ erworben werden.

Selbstverständlich ließ es sich die Senior-Chefin nicht nehmen, die Helfer hervorragend zu bewirtschaften.

 

Bild und Text: Maria Bauer

 


  

 13. 9. 2009 - Dunkes-Essen im Badhaus

 

   

Die Moritatensänger

 

Fleißige Helfer

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

Maria Bauer trägt einen heiteren Text vor

 

J. Steinmetz immer im Einsatz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 „Dunkes" im Badezuber

Von Ursula Friedrich

Dieburg -   „Dunkes kommt von tunken." Anne Sattig muss es wissen. Denn die Vorsitzende des Heimatvereins Dieburg hatte sich dies­mal ausgiebig mit Ess- und Trinkgewohnheiten im Mittelalter auseinander gesetzt. Auslöser für eine kulinarische Zeitreise war der landesweite „Tag des offenen Denkmals", der in Dieburg an Orten des Genusses gefeiert wurde. Im alten Badhaus in der Badgasse wurde also „gedunkt. Rund 80 Gäste frönten der Pellkartoffel beim dreigängigen Menüabend wie schon zu Urgroßvaters Zeiten. Vom Arme-Leute-Dunkes (Pellkartoffeln mit Salz) arbeitete sich die muntere Gästeschar bis zum Festtags-Dunkes (Pellkartoffeln mit Haschee) vor. Gewürzt wurde die kulinarische Zeitreise mit Verdauungsschnäpsen und kulturellen Ausflügen. Bei Moritaten, Liedern und Geschichten sprang das Gute-Laune-Virus im voll besetzten Lokal dann auch schnell von Tisch zu Tisch.

Weil das historische Badhaus in seiner Jugend anno 1579 nicht als Gaststätte, sondern als Badestube betrieben wurde, verbrachten zwei junge Gäste den Abend demonstrativ im hölzernen Zuber: Sarah Sattig und Yvonne Marx präsentierten die mittelalterliche Badekultur. Freilich ohne Wasser - dafür in historischen Gewändern.

Anne Sattig wusste zur Dibbojer Badepraxis allerlei Episoden beizutragen: „Die Leute kamen zum Teil nackt, weil sie Angst hatten, dass ihnen im Badhaus das Gewand gestohlen wurde." Das Badhaus wurde trotz der befürchteten Übergriffe von Langfingern als gesellschaftlicher Treffpunkt sehr geschätzt. Hier fielen auch moralische Schranken: Alkoholische Genüsse und amouröse Abenteuer gehörten für viele Badegäste zur Wellnessbehandlung. Im Hospital im Obergeschoss des Hauses bot der vielseitige Bader auch medizinische Leistungen an: Für drei Taler gab es eine Blutegelbehandlung, für den gleichen Betrag wurden auch Arme eingerenkt. Für das Einrenken des Halses wurden 20 Taler berechnet. Was die Buhlmädchen Badegästen für einen Abstecher in eine kleine Kammer abverlangten, ist nicht überliefert. Dafür jedoch gut gemeinte Tipps des Baders gegen unwillkommene Haustiere: „Der Hut bleibt uff - die Läus' drunner."

Dieburger Anzeiger vom 17. 9. 2009

 



 

20. 6. 2009 - HVD-Ausflug nach Gundernhausen

                            

Alte Schule Vesperim Hofgut PalmyHofgut Schrauthenbach

Detail am alten Faselstall

 

 



 

6. 6. 2009 - Die zwaa zänkische Weiwer vum Stoawääg

 

Doppelhalsgeige schafft Abhilfe

Gelungene Premiere beim Heimatverein: „Die zwaa zänkischen Weiber vom Staawääg"

 

Dieburg (ula) „Bambelschnut, hinkelhoarisch Weibsleut und Hosebloaser..." - bereits im späten Mittelalter wussten sich Dieburgs Bürger mit Schimpfwörtern bestens zur Wehr zu setzen. Zu einem munteren Exkurs durch die Historie mit zwei professionellen Streithähnen lud der Heimatverein Dieburg anlässlich der Veranstaltung „Dieburg in Blau". „Die zwaa zänkische Weiwer vom Staawääg" wurden im Hof der Gaststätte „Alte Backstub" von einem Dutzend Laiendarstellern des Heimatvereins uraufgeführt. Beim Disput der beiden „Kratzbürsten" Maria Bauer und Marianne Kolb in schönster „Dibbojer" Mundart blieb kein Auge trocken. Auch den männlichen Hauptdarstellern Seppel Thomas und Wolfgang Hönche war der Part der leidenden Ehemänner auf den Leib geschneidert.

 Dem kühlfeuchten Wetter setzte der Heimatverein ein herzerfrischendes Programm entgegen. „Es ist uns zum ersten Mal gelungen, einen Dibbojer Nachmittag mit Liedern, Gedichten, und einem Theaterstück zu veranstalten", sagte Anne Sattig, Vorsitzende des Heimatvereins und Autorin der Zänkischen Weiber. „Wir wollen das Interesse am Dieburger Dialekt wecken", so Sattig. Und hierzu wurden alle kreativen  Kräfte des Vereins mobilisiert: Inge Zimber sang das Ourewäller Lied und Hedwig Thomas sowie Elisabeth Förster bereicherten den Nachmittag mit lustigen Episoden und Gedichten - im Dialekt, versteht sich.

Das Schicksal der beiden Zankweiber im Bauernschwank hatte ebenfalls eine „authentische" Konsequenz: Die Beiden wurden mit der Doppelhalsgeige, einem historischen Folterinstrument, gefesselt und auf dem Marktplatz zur Schau gestellt.

 72 Helfer organisierten den ersten Dibbojer Nachmittag, dem weitere folgen sollen. In liebevoller Kleinarbeit nähte Claudia Poth-Joost die historischen Kostüme für die Darsteller. Anne Sattig arbeitet bereits am nächsten Theaterstück, das im kommenden Jahr gezeigt werden soll.

 • Im Mühlturm konnten sich die Besucher ebenfalls mit Dieburgs Geschichte vertraut machen: „Kommen Sie ins Gefängnis!", lud Hans Dörr vom Heimatverein sein Publikum ein. Im „Bauch" des 1220 erbauten Turms ließ der Hobbyhistoriker bei be­scheidenem Kerzenschein das Schicksal vermeintlicher. Bösewichter aufleben. „Während der Hexenverfolgung hatte der Turm Hochkonjunktur", erzählte der Altdieburger. Wegen des schlechten Wetters blieben die Besucherzahlen bei den Führungen im Mühlturm allerdings bescheiden - obwohl das historische Gemäuer heute jederzeit freien Fußes verlassen werden kann.

 

 

  

 

 

   

Die leidenden Ehemänner

 

Hedwig Thomas und Elisabeth Förster

 

 

 

 

      


 

Die zänkischen Weiwer werden zur Halsgeige verurteilt


 
    

Text: Dieburger Anzeiger - Fotos: 1 Dieburger Anzeiger, 6 Schirling

 


 



 

9. 5. 2009 - Blumen- und Pflanzenbörse

9. 5. 2009

 

 

Rathaus mal ganz in Grün

Attraktion für große und kleine Gärtner

Dieburg (ves) „Seit heute morgen um acht Uhr haben wir bereits regen und konti­nuierlichen Zulauf", freute sich Anne Sattig, Vorsitzende des Heimatvereins. „Die Nachfrage ist groß und die Pflanzen verkaufen sich sehr gut." Wie jedes Jahr am Samstag vor Muttertag veranstaltete der Heimatverein Dieburg wieder die beliebte Blumen- und Pflanzenbörse. Ob Blüh- oder Grünpflanzen, Kakteen oder Obstpflanzen, Gartendekorationen und Körbe, hier fanden die Besucher in einer großen Auswahl alles, was das Pflanzen- und Gärtnerherz begehrte. Die Anbieter konnten mit vielen Pflanztipps aufwarten und gaben den Käufern viele gute Pflegehinweise mit auf den Weg. Korbflechter Rudolf Stegemann zeigte den Interessierten, wie ein Weidenkorb entsteht.

Nach getanen Einkäufen stärkten sich die Besucher mit herzhaften Bratwürstchen oder leckerem Kaffee und Kuchen und genossen dazu ein süffiges Glas Maibowle. Aber nicht nur für das leibliche Wohl war gesorgt, sondern auch für musikalische Unterhaltung. Mit flotten Swing- und Ragtime-Klängen untermalte die Saxophon-Band „Sax-Selection" die Veranstaltung.

Text und Bild: Dieburger Anzeiger


 


 

24. 4. 2009 - Badhaus - Wellness des Mittelalters

Anschaulicher Vortrag über die Funktion der Badhäuser

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieburg (ves) „Dieburg besitzt eines der drei am besten erhaltenen Badhäuser Deutschlands, die ich kenne", sagte Kathrin Wegner-Walte anerkennend. „Ich wusste dass die Stadt ein Badhaus besitzt und hatte daher großes Interesse, den Vortrag hier zu halten. Das habe ich gleich mit einem Besuch vor Ort verbunden und bin beeindruckt", so die Referentin. Dem Heimatverein war es gelungen, die Kunsthistorikerin und Kuratorin, die 15 Jahre lang ein Bädermuseum bei Bad Bellingen leitete, für einen Diavortrag zu gewinnen.

Bei ihrem Vortrag in der Alfred-Delp-Schule erläuterte Wegner-Walte anhand se­henswerter Illustrationen die Bedeutung und die zahlreichen Funktionen der öffentli­chen Badestuben. Diese waren zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert nicht nur als Orte der Reinigung, der Gesundheitsvorsorge, der Körper- und Schönheits-pflege be­kannt, sondern wurden auch als Orte der Geselligkeit genutzt. Der Bader fungierte damals als Ersatzarzt, indem er Gelenke einrenkte, Schröpfköpfe oder Blutegel setzte und den Aderlass vornahm. Zudem nähte und versorgte er kleinere Wunden, und das alles meist in den kleinen engen Räumen des Badhauses neben Schwitzbänken und Heilzubern. Bader, Barbiere, Badeknechte und Mägde waren nicht nur für Wasser- oder Kräuterbäder, für zahnmedizinische Anwendungen oder für Haar- und Bartpflege zu­ständig. Sie sorgten auch für das leibliche Wohl ihrer Gäste. In den Holzzubern des Badhauses, in dem an bestimmten Tagen beiderlei Geschlecht anzutreffen war, wurde gebadet, getrunken, gegessen, gesungen und geliebt. Durch unzureichende Hygiene und Sittenverfall breiteten sich an diesen Orten des Lasters und der Sünde Seuchen und ansteckende Krankheiten aus. Dies war einer der Gründe, die zur Schließung vieler Badestuben im 17. Jahrhundert führten.

„Im Inneren des Dieburger Badhauses ist kaum etwas verändert worden, sogar das alte Frischwasser-becken ist noch vorhanden", berichtete Wegner-Walte. Es fehlen nur die Feldsteine, die man erhitzte, um sie dann in die Badebütten gleiten zu lassen, wenn das Wasser darin zu kalt wurde. „Damals schon gab man Kräuter und Rosen­blätter ins Badewasser. Schon damals hatte die reichere Kundschaft des Baders Wellness-Genuss", verglich sie die Zeiten.

 Im Jahrbuch 2008 - Erbe und Gegenwart V des Dieburger Heimatvereins kann man die Geschichte und Nutzung des Dieburger Badhauses nachlesen.

Quelle: Dieburger Anzeiger/Schirling

 

 

2010


 

Die Nachtwächter-Rundgänge 2010

  26. 11. 2010

 

 

Offiziell vereidigt und somit zum ehrenvollen Dienst für die Stadt Dieburg zugelassen wurden am 26. November 2010 die Nachtwächter des Heimatvereins. Nach der Vereidigung durch Schultheiß Dr. Werner Thomas (2. v. r.) nahmen die Nachtwächter ihre Arbeit auf und führten ihre Gäste durchs geschichtsträchtige Dieburg.

Text und Foto: L. Hombach/Dieburger Anzeiger

 

 

Vater trinkt, Mutter drängt es nach Amerika. Auswandern ist die letzte Chance, die sich der fünfköpfigen Familie noch bietet. Man ist so arm, dass sich sogar die Mäuse im Brotkasten Blutblasen laufen. Dieses Los einer Dieburger Familie, das der Heimatverein in einer Szene bei den Nachtwächterrundgängen darstellt, spiegelt die Situation im Jahre 1846 wider. Missernten, Arbeitslosigkeit und Armut waren damals die Beweggründe, Anträge zur Ausreise zu stellen, was 148 Familien beim Dieburger Gemeinderat taten.

 Mit viel Hingabe probten die Darsteller seit sechs Wochen diese Szene. „ Unsere Jüngsten mussten erst mal Dialekt lernen"„ erzählt Heimatvereins-Vorsitzende Maria Bauer lächelnd. Die Idee stammt von der Vorsitzenden des Vereins, der Text ist eine Gemeinschaftsproduktion. Mit Requisiten aus dem Bestand des Vereins sowie Leihgaben Dieburger Bürger werden die Besucher nach „anno dazumal" versetzt.

Die nächsten Nachtwächterrundgänge, in deren Verlauf die Teilnehmer nicht nur die Auswanderer-Familie, sondern auch eine zweite historische Szene in der Apotheke zu sehen bekommen, sind jeweils freitags, 3., 10. und 17. Dezember, Beginn ist um 18.00 sowie um 18.30 Uhr

Text Dieburger Anzeiger/Scholze, Foto Schirling


 


Heimatverein präsentiert Ourewäller Guggugg

17. Oktober 2010, Badhaus

 


 

Heimatverein präsentiert Ourewäller Guggugg

 Zu einem kurzweiligen Programm mit Jürgen Poth hatte der Heimatverein am Sonntagabend, 17. Oktober, ins Badhaus geladen, wo der „Guggugg" mit Dreispitz und Gitarre bekannte und unbekannte Lieder aus der Region darbot.

 Unter großem Gelächter und viel zustimmendem Kopfnicken verfolgten die Besucher den „Ourewäller Sprachkurs" und sparten nicht am Applaus. Neben dem „hessischen Gebabbel" folgten Lieder über den „Monsignore aus Rheinhessen" oder ein Liebeslied über die „Scholzegret". Da sich die Liebe ja bekanntlich nicht immer so einfach gestaltet, ließ der „Guggugg" wie im Fernsehen gleich eine Fortsetzung, eine Telenovela, folgen und besang das tragische Ende der Liebesgeschichte. Und passend zur gereichten Suppe stimmte er das Lied auf die „Kadoffelernt" an. Dabei stellte er aber fest, dass das, was wir als Kartoffel essen, kaum noch danach aussieht, sondern statt vom Feld aus der Tiefkühltruhe in Form von Pommes, Wedges und Röstis auf den Tisch kommt.

Der Mundartsänger ist seit einigen Jahren über die Grenzen des Odenwaldes hinaus bekannt. Geboren in Zeilhard und aufgewachsen in Spachbrücken entdeckte der „Guggugg" während eines Irland-Urlaubs die Liebe zur Musik. „Ich möchte mit meinen Liedern und Texten das alte Brauchtum und die Mundart pflegen und diese auch jüngeren Leuten wieder näher bringen", so Poth.

 Viele Inhalte seiner Lieder beschreiben eigene Kindheitserinnerungen und Erlebnisse aus der so genannten guten alten Zeit. Aber auch spontan entstehen neue Texte für „Liedschen un Versjen", erklärt Poth: „Eben wie das Leben so spielt“. Und wenn er Tiere besingt, stammen sie natürlich auch aus dem Odenwald: „Roahinggel - das ist eine ourewäller Geflügelart, die an schrägen Ackerrainen lebt", erfährt da der verdutzte Zuhörer. Und siehe da, die Evolution hat dem Tier im Laufe der Zeit ein kurzes und ein langes Bein verpasst. Und das ermöglicht dem Hinkel trotz schiefer Ebene den aufrechten Gang.

Text:Dieburger Anzeiger-Verena Scholze/H. Schirling, Fotos: V. Scholze 1, Schirling 2

 
 

 

 

 

 

 

 

17. September 2010

Zwangsarbeiter in der Grube Messel

 Dr. Franz-Jürgen Harms berichtete über die Geschichte der Grube Messel und über die Arbeitsbedingungen beim Abbau des Ölschiefers sowie bei der Erschwelung von Öl und Paraffin. Einen besonderen Schwerpunkt legte er auf den Einsatz von kriegsgefangenen Fremdarbeitern während des Ersten und des Zweiten Weltkrieges. Anhand von hervorragend aufbereiteten Bildern aus einem Familienalbum illustrierte er seinen Vortrag.
 

 

 27. Juli 2010

HVD-Vorstand besichtigt die Ausstellung Dieburger Dreiecksrennen

 
 
Dr. Norbert Gottlieb führte den Vorstand des HVD samt Angehörigen sachkundig durch die Ausstellung im Museum Schloß Fechenbach.

 

 

 


 



 2. Juli 2010

Hexenjagd, Szenische Lesung des Heimatvereins im Klostergarten

 

 

 Dr. Horst Gebhard erinnerte an die düstere Zeit der Hexenprozesse

Dieburg (ula)  „Jeder, der in irgendeiner Weise aus dem gesellschaftlichen Rahmen fiel, wurde der Hexerei angeklagt", ist die Quintessenz der Studien Dr. Horst Gebhards. „Die Hexenverfolgung im Mittelalter ist auch ein dunkles Dieburger Kapitel." Der Theologe hat über das Thema „Hexenprozesse im Kurfürstentum Mainz" promoviert. Am 2. Juli stellte er Passagen seiner gleichnamigen Novelle bei einer Veranstaltung des Heimatvereins Dieburg e. V. vor. Trotz sengender Hitze im üppig blühenden Kapuzinergarten stellte sich angesichts vieler dramatischer Schilderungen des Hexenwahns im 17. Jahrhundert bei den Zuhörern ein Gänsehautgefühl ein.

Der Mainzer Erzbischof Georg Friedrich Greiffenclau von Vollrads (1573 -1629) hatte der Hexenverfolgung zu dramatischer Intensität verholfen. 1000 Menschen wurden in seiner relativ kurzen Amtszeit gefoltert und auf dem Schei­terhaufen verbrannt. Auch die Dieburger Bevölkerung ereilte die unbarmherzige Hatz nach Hexen und Zauberern. Angeblich soll die Mutter des damaligen Paters Päth erstes Opfer des blutigen Regiments von Greiffenclaus gewesen sein. Bei seinem ersten Besuch in Dieburg 1626 sorgte er mit einer ganzen Welle von Prozessen für die „Ausrottung des Lasters". 1627 sollen 36 Hinrichtungen erfolgt sein, ein damaliger Pfarrer schrieb sogar von 89 „Hexen”, die auf dem Henkerskarren zum Richtplatz bei Münster gebracht wurden. Zwei Jahre später rollte eine weitere Prozesswelle über das 500-Seelen-Städtchen herein.

Text: Dieburger Anzeiger, 8.7.2010, leicht geändert und gekürzt. Fotos: Schirling

 



 

5. Juni 2010

Heimatverein bei Dieburg in Blau

 

Altes Handwerk findet sein Publikum

Der Heimatverein hatte sich dieses Mal eine ganz besondere Aktion ausgedacht: Im Hof der ehemaligen Süßmosterei Jakob zeigte beispielsweise Josef Thomas an einer Schnitzbank, was ein Wagner früher alles herstellte. Erstaunt nahm ein Junge die großen Bleilettern in die Hand, mit denen Boy Sühl zeigte, wie früher Texte gesetzt wurden. „Das war, bevor es Computer gab“, klärte der Vater auf.

Astrid Kreuz zeigte ein altes Handwerk am modernen Spinnrad und nebenan konzentrierte sich Ellen Terjung auf das für Laien undurchschaubare Spitzenklöppeln. Kathie Rogath demonstrierte, wie man die Sitzfläche eines Stuhles flicht. Eine ganz besondere Vorstellung gab „Bader“ Eberhard d'Orville, der sich lebende Objekte für seine Kunst suchte. Dabei floss sogar Blut - allerdings kein blaues.

Dieburger Anzeiger vom 7.6.2010, Auszug.

 

 

 

2 Fotos Dieburger Anzeiger
 
 

 

 

 

 

 

2 Fotos H. Schirling

 

 



 

 2. Juni 2010     Hans Dörr erhält die Ehrenplakette der Stadt Dieburg

 

 

Dieburg (mj)    Die Ehrenplakette der Stadt Dieburg wird nur äußerst selten vergeben. Vier Auszeichnungen gab es bisher, jetzt gesellte sich zu dem kleinen erlesenen Kreis noch ein weiterer Träger hinzu: Hans Dörr.

Im Schloss Fechenbach wurde dem passionierten Heimatforscher die Ehre zuteil. Das Rahmenprogramm, zu dem unter anderem eine klassische Musikeinlage von Ingeborg Zimber und Manfred Müller sowie Vorträge, beziehungsweise Gedichte von Maria Bauer und Elisabeth Förster gehörten, hatte der Heimatverein organisiert.  Der Ehrung von Dörr ging ein einstimmiger Beschluss der Stadtverordnetenversammlung voraus. Wie deren Vorsteher Dr. Harald Schöning in seiner Laudatio sagte, habe der 78-Jährige zahlreiche Publikationen und Schriften über Dieburg verfasst. In allen Jahrbüchern des Heimatvereins sei er mit vielen Artikeln vertreten und in örtlichen wie überörtlichen Archiven bestens bekannt. „Hier ist wirklich einer vom Enthusiasmus der Geschichte gepackt“, konstatierte Schöning. Sein Dank ging dabei auch an den Heimatverein, dass dieser Gleichgesinnte zusammen bringt.

Bürgermeister Werner Thomas sagte, dass er es als ehemaliger Lehrer besonders zu schätzen wisse, wie wichtig die Detektivarbeit Dörrs ist, wenn dieser Schriften in Latein oder Altdeutsch entziffert, die heute kaum noch jemand lesen könne. „Vor allem das Interpretieren macht die Sache dann spannend und bringt den Erfolg“, führte der Bürgermeister an.

Ein Dankeschön ging von allen Rednern auch an Elisabeth Dörr, die es immer akzeptiert habe, dass ihr Mann regelmäßig für viele Stunden in den Archiven verschwindet. In seiner Dankesrede schloss der Heimatforscher seine Frau ebenfalls mit ein. So wäre mancher Wanderurlaub verkürzt ausgefallen, weil auf dem Rückweg noch ein Abstecher ins Münchner Staatsarchiv folgte.

Ein Dankeschön hatte auch der Schaafheimer Bürgermeister Reinhold Hehmann parat: „Wenn unsere Ehrungsordnung es vorsähe hätte ich heute noch eine zweite Plakette dabei“, lobte er die Verdienste Dörrs um die Schaafheimer Heimatgeschichte, die dem Engagement in Dieburg kaum nachstehe.

Foto und Text (gekürzt): Dieburger Anzeiger/Just, 7.6.2010.

 

 

 

Meine Stadt

Gedicht von Maria Bauer

 

Meine Stadt – in der ich geboren bin.

Meine Stadt - wo ich das ganze Jahr im Schlossgarten, wie schon der große Dichterfürst Goethe, lustwandeln kann.

Meine Stadt – in der die Menschen mich freundlich grüßen und wo ich Samstags auf dem Wochenmarkt einkaufen gehe.

Meine Stadt – wo in der Zuckerstraße die Fachwerkhäuser wie Perlen aneinander gereiht sind und wo sich die jungen Mütter mit ihren Kindern am Fastnachtsbrunnen treffen.

Meine Stadt – wo im Mai endlich die Freibadsaison eröffnet wird und wo ein Fest das andere jagt.

Meine Stadt - in der sich schon die Römer wohlfühlten und Adelsgeschlechter am Hofe des Schlosses Fechenbach wohnten.

Meine Stadt – deren Geschichte bis heute noch nicht gänzlich erforscht ist und wo in der dunklen Jahreszeit Nachtwächter um die Häuser ziehen und mit ihren Laternen die Straßen erleuchten.

Meine Stadt – in der auch an den Bäumen der Zahn der Zeit nagt und sie gefällt und durch neue ersetzt werden müssen.

Meine Stadt - in der ich höre, von welcher Kirche gerade die Glocken läuten.

Meine Stadt – in der ich mich zu Hause fühle.

Meine Stadt - wer kann das schon behaupten?

Eigentlich nur Kaiser und Könige!

 

 

 

 



 

 24. Mai 2010

Fahrt zur Mühle nach Niederdorfelden

 

Am Pfingstmontag unternahm der Heimatverein Dieburg anlässlich des Mühlentags eine Fahrt nach Niederdorfelden bei Bad Vilbel. Der dortige Mühlenverein hat eine alte Öl- und Getreidemühle wieder hergerichtet und hervorragend renoviert.

Mit einer kompetenten Führung ging es zunächst zu der idyllisch gelegenen Burgruine der Hanauer Grafen und dann in  die Mühle. Für Technik-Fans und historisch Interessierte  war das ein Augenschmaus:  High-Tech in Holz  mit einem  aufwendigen  umschaltbaren Getriebe für beide  Mahlwerke.  Nach der Besichtigung war für Essen und Trinken gesorgt  und wer  rechtzeitig  reserviert hatte,  konnte noch  ein frisch gebackenes  Sauerteigbrot mit nach Hause nehmen.

 

 

 

 

 

 



 10. 4. 2010 

Heimatverein lud zum Mahl mit den Henkersgattinnen ein

 

Dieburg (ula) Selten nahmen die zum Tode verurteilten ihr Henkersmahl mit soviel Freude ein: Rund 30 Gäste ließen sich am Samstagabend Brühe aus der Folterküche und Fleischgerichte, auf dem Scheiterhaufen gegart, munden. Abgerundet wurde die ungewöhnliche Mahlzeit im „Badhaus“ vom drohenden Gebaren des Henkers, der mit Schwert und Strick anrückte, um die Todesurteile zu vollstrecken.

 

 

 

 

Scharfrichter Hans-Christian Wagner kannte mit der Vollstreckung auch bei den „Weibsleuten“ Jutta Failing und Christiane Wagner (r.) keine Tabus. ©Fotos Friedrich und Schirling

Das Schicksal Dieburger Sünder erlebten die Gäste der Veranstaltung des Heimatvereins als ein lukullisches Event, gespickt mit vielen historischen Details. Henker und Scharfrichtergattinnen in zeitgenössischen Kostümen entführten das Publikum auf eine Zeitreise in die dunkle Vergangenheit des 18. Jahrhunderts.

Die armen Sünder hatten wochenlang im Stock dahingesiecht, doch kurz vor der Exekution gab es das Henkersmahl“, mit historischen Details stimmten die Kunsthistorikerin Jutta Failing und die Journalistin Christiane Wagner ihr Publikum ein. Als Grundlage ihres schillernden Spiels diente die gemeinsame Publikation „Vielmals auf den Kopf gehacket...“, ein Buch rund um das hessische Henkerhandwerk des 18. Jahrhunderts.

Ein Galgen stand in der Nähe zu Münster

Menschenfett auslassen, Finger abschneiden, Haut abziehen... kaum ein blutiges Detail blieb den Gästen erspart, als die beiden Scharfrichtergattinnen ihr schauriges Handwerk detailreich schilderten. „Den Sekreten der Kadaver wurde eine heilende Wirkung nachgesagt“, erläuterten die Frauen. Als Scharfrichter Hans-Christian Wagner im Publikum Schweinediebe und Ehebrecher ausmachte, war die Stimmung im Saal perfekt. „Eigentlich bin ich Chemiker“, verriet der vermeintliche Scharfrichter.

Lokalhistorische Details konnten die Heimatforscher ebenfalls liefern. Eine historische Karte zeigt den Standort des Galgens nahe Münster. Mit Beginn des 30-jährigen Krieges wurde der Galgen zur Abschreckung zentral auf den Marktplatz verlegt. Aufgrund der Kirchenbücher wurde die Existenz eines eigenen Dieburger Henkers nachgewiesen, der Diebe, Ehebrecher, Kindesmörderinnen und andere Sünder mit Schwert und Strick hinrichtete. Während der Hexenverfolgung sollen rund 100 Menschen in Dieburg geköpft oder verbrannt worden sein. Das schaurige Ritual fand eine große Zuschauerzahl. Ob im alten Rom oder dem späten hessischen Mittelalter – „Exekutionen wurden als Volksfest gefeiert“, erläuterte Wagner.

 Dieburger Anzeiger vom 12.4.2010

 

 



 

 8. 4. 2010 - Hans Dörr erhält die Ehrenplakette der Stadt Dieburg

 

Dieburg (jd) ‐ „Es ist ihm ein persönliches Anliegen, gerade durch die Verbindung von Traditionellem und Neuem und deren entsprechender Weiterentwicklung das Interesse der Mitbürger an ihrer Heimat zu wecken.“ So steht es in dem Papier, in dem die Verleihung der „Ehrenplakette der Stadt Dieburg“ begründet wird. 

 

 

Allein schon deshalb bemerkenswert, weil sich die Parteien in diesem Fall durch die Bank einig waren. Noch viel bemerkenswerter ist derweil die Person, der die Ehre zuteil wird: Der Dieburger Heimatforscher Hans Dörr wird die „Ehrenplakette“ in Kürze erhalten.

Mit der „Verbindung von Traditionellem und Neuen“ haben die Stadtverordneten in ihrer Begründung den Nagel auf den Kopf getroffen, wie beim Besuch in Dörrs Heim schnell klar wird. Der Computer steht dort unmittelbar vor einer beeindruckenden Bücherwand, an die sich Akten über Akten – jedoch wohlgeordnet - anschließen.

Essgerechte Aufarbeitung der Vergangenheit

Google und Staatsarchiv – moderne und traditionelle Recherchemöglichkeiten zugleich verwendet Dörr bei seiner Arbeit. Stets auf der Suche nach dem besten Ergebnis und mit dem Ziel, Historisches „essgerecht aufzubereiten“, wie der 79-Jährige sagt.

Ich bin ein fleißiger Archivgänger, immer auf der Suche nach etwas Neuem“, sagt der gebürtige Dieburger, der indes 40 Jahre im Schaafheimer Ortsteil Mosbach wohnte und als Lehrer arbeitete.

Dort begann er sich auch vermehrt für die Vergangenheit zu interessieren: „Wenn ich etwas entdeckt habe – etwa ein altes Gewölbe – wollte ich wissen, was es damit auf sich hatte“, erzählt Dörr. Immer mehr vertiefte er sich in die Materie - aus eigenem Interesse.

Heimatforscher mit guter Trefferquote

Zunächst war die Region Bachgau Mittelpunkt seiner Arbeit, zu Dieburg forschte er erst verstärkt, als er nach seiner Pensionierung zurück in die Stadt an der Gersprenz zog. „Dieburg wurde zwar schon ziemlich gut erforscht, dennoch finde ich immer wieder etwas Neues“, sagt Dörr. Der damit sein Licht ziemlich unter den Scheffel stellt: Das Buch „Dieburg im Teutschen Krieg 1618-1648“ (zusammen mit Werner Straszewski) und seine Recherche zum ältesten Zinsbuch der Stadt Dieburg aus dem 15. Jahrhundert sind nur zwei Beispiele von etlichen, in denen Dörr ein Stück Stadtgeschichte für die Nachwelt erhalten hat.

Das Stöbern in den Archiven ist wie eine Droge“, lacht Dörr. Entsprechend kann er bis heute kaum genug bekommen vom Wissen, das die Vergangenheit in Schriftform hinterlassen hat. Jeden Montag ist er mehrere Stunden lang Gast im Darmstädter Staatsarchiv, hat aber auch Archive in Mainz, Frankfurt und Würzburg schon mehrfach abgeklappert. „Nur selten findet man nichts“, spricht der sympathische Heimatforscher von seiner guten Trefferquote.

Aktenlesen erfordert viel Übung

Das Internet macht er sich manchmal im Vorfeld seiner Suche zunutze, findet online Verweise auf Akten, die er dann offline studiert. „Das Lesen der Akten allerdings erfordert jahrelange Übung“, sagt Dörr.

Schriftstücke aus dem Jahr 1450 etwa seien wegen Sprache und Schrift nicht einfach zu entziffern. Nicht selten muss er auch sein bestes Latein hervorholen, um weiterzukommen. Englisch und Französisch – beides lernte er in der Schule – kommen bei den Recherchen des Heimatforschers dagegen kaum zum Einsatz.

Seine Frau Elisabeth erdulde seine Leidenschaft eisern, schmunzelt Dörr derweil. Dass er nun die Ehrenplakette der Stadt Dieburg erhalte, komme für ihn überraschend, stelle aber eine große Ehre für ihn dar. „Das macht mich schon stolz“, erklärt der Dieburger, der heute in sieben Geschichtsvereinen Mitglied und seit zehn Jahren im Vorstand des Dieburger Heimatvereins tätig ist.

Auf der Spur eines Dieburger Kirchenraubs

Als unterhaltsamer wie informativer Referent ist Dörr ebenfalls gefragt – und wie zum Beweis klingelt am Ende des Gesprächs mit dem DA das Telefon: Hans Dörr wird wegen eines Grußworts angefragt.

Fraglich ist unterdessen, ob er dazu Zeit finden wird – die nächsten spannenden Forschungsergebnisse sind bereits im Entstehen. „Zurzeit bin ich auf der Spur eines großen Dieburger Kirchenraubs“, verrät Dörr schon mal.

Text und Bild: Jens Dörr/Dieburger Anzeiger vom 8. 4. 2010

 



5. 3. 2010 - Jahreshauptversammlung des HVD im Badhaus

 

"Es war ein Stück meines Lebens und ich habe mein Herzblut eingebracht", erklärte Anne Sattig, die den Heimatverein seit 1996 leitete. Sie gab während der Mitgliederversammlung am 5. März 2010 den Vorsitz aus persönlichen Gründen ab. Maria Bauer wurde einstimmig als neue Vorsitzende gewählt. Als Abschiedsgeschenk wünschte sich Frau Sattig eine Spende für Haiti. Hans Dörr dankte ihr in einer heiteren Würdigung für die geleistete Arbeit, der Vorstand schenkte ihr ein Bild, auf dem alle Vorstandsmitglieder im Nachtwächterkostüm dargestellt sind. Frau Sattig wird dem HVD verbunden bleiben und sich auf die Themen Stadtführung, Nachtwächter-Rundgänge und Mühlturm konzentrieren.

 

In der gleichen Veranstaltung wurden die Mitglieder Hans Dörr, Ellen Terjung, Karl-Heinz Wagner, Annemarie Wagner, Erhard Krocker, Joachim Steinmetz, Karin Ginsel, Helmut Seib,und Angelika Vester für zehnjährige Treue geehrt.

 

 Von links: Hans Dörr, Ellen Terjung, Anne Sattig, Karl-Heinz Wagner, Erhard Krocker, Joachim Steinmetz,  Maria Bauer

Fotos Verena Scholze, Text H G Schirling/V Scholze

 

 

 

2011


 

 

Glückstalermarkt mit Nachtwächter-Rundgang eröffnet

 

 Mit der Vereidigung der Nachtwächter durch Bürgermeister Dr. Thomas wurde der Glückstalermarkt 2011 eröffnet. Joachim Steinmetz bewacht den Marktplatz, Corinna Ewald führt die Kinder durch die Stadt, Dietmar Michell und Franz Zoth zeigen den Erwachsenen die historischen Sehenswürdigkeiten von Dieburg. Dabei kommen sie auch zu zwei Spielstätten: Vor der Stadtkirche wird die Grundsteinlegung von 1891 dargestellt und im alten Amtsgericht spielt eine Familienszene mit dem Hochzeitslader. In der Klosterstraße wird dann zur Stärkung Glühwein für Alle ausgeschenkt.
 

 

 

 

 

Anne Sattig erhielt das Bundesverdienstkreuz

 

 In einer würdigen Feierstunde verlieh der Landrat des Kreises Darmstadt-Dieburg das Bundes-verdienstkreuz an Anne Sattig für ihre zahlreichen ehrenamtlichen Tätigkeiten in Dieburg, darunter natürlich auch als Vorsitzende des Heimatvereins Dieburg.

 



 

 

Hans Dörr gelingt der Indizienbeweis

 

Das  Bild „Der Trigonometrische Disput“ des Malers Georg Melchior Kraus (1737 – 1806)gehört zu den Beständen des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg und ist um 1775 entstanden. Es zeigt ein adliges Paar im Streit um eine Papierrolle, wobei der Mann versucht, seine Partnerin daran zu hindern, die Blätter mit geometrischen Zeichnungen zu zerreißen. Die gestapelten Bücher vor dem Schreibtisch und die Bücherregale im Hintergrund deuten darauf hin, dass sich die Szene in der Bibliothek oder im Arbeitszimmer eines Schlosses abspielte.

Bisher konnte man nur vermuten, dass es sich bei dem streitenden Ehepaar mit großer Wahrscheinlichkeit um Friedrich Carl v. Groschlag und seine Ehefrau Sophie, Gräfin von Stadion, handelt. Hans Dörr bewies in einem sehr gut besuchten Vortrag im Dieburger Museum anhand einer Vielzahl von Details und durch ausführliches Quellenstudium, dass diese Vermutung tatsächlich stimmt.   

 

 

Friedrich Carl v. Groschlag

(Für die Internet-Veröffentlichung des Bildes "Der Trigonometrische Streit" besitzt der HVD keine Genehmigung)

 




 


 

 

HVD stiftet Blumenampeln auf dem Marktplatz

 

 

Der Heimatverein griff eine Idee von Maria Bauer auf, den Marktplatz durch Blumenampeln an den Laternen zu verschönern. Bei einer Besprechung mit Bürgermeister, Stadtgärtner und Bauhofleiter fand der HVD-Vorschlag Zustimmung. Die Aufgaben wurden geteilt: Während der Heimatverein sich um die Beschaffung der Behälter und Blumen kümmert, übernimmt die Stadt die regelmäßige Pflege.

 

     

 

 

 

     

Die ersten vier Blumenampeln

 

 

wurden am 3. Mai angebracht

 

 
So werden in diesem Jahr zwei Blumenampeln vom HVD angeschafft. Der Bürgermeister erklärte sich spontan bereit, weitere zwei Ampeln aus der Stadtkasse zu finanzieren. In den nächsten Jahren sollen aus dem Erlös der Blumen- und Pflanzenbörse weitere Blumenampeln vom Heimatverein angeschafft werden, die dann entsprechend von der Stadt ergänzt werden. Auf diese Weise kann der Marktplatz jährlich schöner blühen.

 



 

 

Heimatverein lässt Marienstatue restaurieren.

 

 Die Statue am Marienplatz, die der Dieburger Verkehrs- und Verschönerungsverein 1929 errichten ließ, ist im Laufe der Jahre verwittert und von Flechten überzogen worden. Der Heimatverein hat sich deshalb entschlossen, die Figur restaurieren zu lassen.

 

 

 

   

 
    

 

Weil die Stadt Dieburg auch die internen Wasserleitungen des Brunnens erneuern lässt und deshalb die Anlage teilweise demontieren muss, bot es sich für den Heimatverein an, auf den Beginn dieser Arbeiten zu warten. Am 27. 4. 2011 wurde zunächst die Marienfigur mit einer Diamantdrahtsäge durch Mitarbeiter des Bauhofes unter Leitung von Herrn Witzel von der Säule getrennt und sanft auf den Boden gesetzt. 

Die Restauration nimmt der Dieburger Steinmetz Richard Löbig vor. Nach der Reinigung mit Dampf und Skalpell wird die Statue noch mit einem Anti-Pilzmittel für die nächsten Jahrzehnte wetterfest gemacht. Wenn dann die Wasserleitungen in die Säule eingezogen worden sind, kann auch Maria wieder ganz oben stehen und auf den neuen Kreisel schauen.

Am 24. Mai 2011 wurde die Statue wieder auf die Brunnensäule gestellt - restauriert und geschützt.

 Finanzielle Unterstützung erhielt der HVD durch die Volksbank Maingau und die Sparkasse Dieburg

 


 

 

Wanderung mit OWK, HVD und Dieburger Anzeiger

 

 

 Am Samstag, 2. April 2011, luden Odenwaldklub, Heimatverein Dieburg und Dieburger Anzeiger zu einer (Neu-)Bürgerwanderung ein. Nach einer Begrüßung vor dem Rathaus ging es zur Gnadenkapelle, wo Hans Dörr über den sogenannten Marienbunker informierte.

Nächste Station war die Evangelische Kirche, in der Pfarrer Schmidt über die Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde in Dieburg erzählte. Nach einem stimmungsvollen Musikstück eines Streicherquartetts machte sich die rund 250 Personen starke Gruppe auf die Wanderung zur Heinrich-Herrmann-Ruhe im Wald Richtung Groß-Umstadt.

Dort fanden die leckeren Bratwürste und kühlen Getränke begeisterte Aufnahme. Auf dem Rückweg las Frau Zahn aus dem Aufsatz von Hans Dörr über die Streitigkeiten beim Flurritt an Christi Himmelfahrt (Jahrbuch 2000 des HVD). Den Abschluß dieser erlebnisreichen Stunden bildete die Besichtigung des Bunkers unter dem Verwaltungsgebäude der Fachhochschule.

 

      Am Rathaus

Im Marienbunker               
 

 

In der Ev. Kirche    

 

 

Heinrich-Herrmann-Ruhe    

 

   Vor der FH-Bibliothek

 

Im FH-Bunker 

 



 

Färberpflanzen und Pflanzenfarben

Vortrag v. Herrn Eberhard Prinz

am Freitag, 18. 03. 2011 im Museum Schloss Fechenbach

 

 

 

Herr E. Prinz gab einen Überblick über die Geschichte der pflanzlichen Farbstoffe, ihr Vorkommen in der Pflanze, deren Gewinnung und den Färbeprozess. Eine Reihe von Färberpflanzen wurde vorgestellt und die wichtigsten Färberpflanzen wurden mit ihren Farbeigenschaften und ihrer kulturellen und medizinischen Verwendung betrachtet. Anschließend fand eine Führung durch Herrn Lammer in einen Raum des Museums statt, in dem eine kleine Blaufärberei mit Originalmöbeln und -gerätschaften ausgestellt ist.

 



 

Mitgliederversammlung am 18. 3. 2011

   

 

 

 

Am 18. 3. 2011 fand die Mitgliederversammlung des Heimatvereins im Badhaus statt. Turnusgemäß standen Vorstandswahlen an, bei denen der bisherige Vorstand wiedergewählt wurde. Als Beisitzerinnen kamen Monika Preußner (bisher kommisarisch) und Hedwig Thomas dazu. Die vorgeschlagenen Satzungsänderungen wurden bis auf die Ergänzung zu § 15 von der Mitgliederversammlung genehmigt. Anne Sattig wurde zur Ehrenvorsitzenden gewählt.

 
 
 

 2012

 

Wilfried Köbler referierte über die Welt der Staufer

 

  In der ersten Veranstaltung 2012 des Heimatvereins Dieburg am 2. März referierte Wilfried Köbler über die Welt der Staufer. Mit seinem umfangreichen Wissen, einer hervorragenden Präsentation geeigneter Bilder und seiner lebendigen Vortragsweise fesselte er seine zahlreichen Zuhörer. Maria Bauer dankte ihm mit eine Flasche Dieburger Nachtwächterlikör
 


 Mitgliederversammlung

2012

 

Am 16.3.2012 fand die diesjährige Mitgliederversammlung statt. Ein wichtiges Thema war eine Satzungsänderung, die dem HVD und seinen Stadtführern mehr Rechtssicherheit gibt. Außerdem wurden die Mitglieder Marianne Kolb, Jürgen Halfen, Adam Spangenberg, Claudia Poth-Joos, Manfred Müller und Heinz G. Schirling für zehnjährige Mitgliedschaft geehrt.

 

 


 

 Eröffnung der Ausstellung im Rathaus

Historische Karten und Schaubilder

 Am 29. 3. 2012 wurde die Ausstellung durch Bürgermeister Dr. Thomas eröffnet. Die HVD-Vorsitzende Maria Bauer begrüßte die Teilnehmer und dankte allen Helfern. Herr Oberle, Schulleiter der Marienschule, sprach über die ausgestellten didaktischen Schulkarten aus früheren Zeiten, während Werner Danz fachliche Erläuterungen zu den Exponaten gab.

 

 


 

 11. Blumen- und Pflanzenbörse

 

 
 

 

 

 

Trotz zeitweise schlechten Wetters war die Blumen- und Pflanzenbörse wieder gut besucht.

 

 

 

Der HVD bei Dieburg in Blau

 

 

 

 Im Hof Jakob in der Rheingaustraße zeigte der Heimatverein wieder handwerkliche Berufe, die es (fast) nicht mehr gibt: Astrid Kreuz führte die Arbeit am Spinnrad vor, Ellen Terjung zeigte künstlerische Quilts, Manfred Hahnemann von der Heydenmühle betätigte den Webstuhl. Marie Heisig konnte man bei der Weißstickerei zusehen und Josef Thomas übte sich in seinem erlernten Beruf des Wagners. Ein Höhepunkt war der Auftritt des Spachbrücker "Gugguggs" mit seinem Künstlerkollegen Fritz Ehmke, die für kranke Kinder auf Benefiztournee waren.
 
 
 

 

Mit der Wünschelrute zu Orten der Kraft

 

 
 

 Peter Groß führte am 16. 6. 2012 zu Orten der Kraft in der Gnadenkapelle. Zuvor erklärte er einem zahlreich erschienenen Zuhörerkreis mit einer ausführlichen Demonstration, wie er mit Hilfe einer Wünschelrute solche Punkte entdecken kann. Durch Messungen im Außengelände konnte er zeigen, dass die Eckpunkte des Gebäudes genau auf den Schnittpunkten von Wasseradern stehen. Im Inneren der Kirche führte er vor, wie die Altäre an Punkten der Kraft errichtet worden sind.

 

 

 

 

 

 

 

 
 

 

Der Guggugg in der Römerhall

 

 

 Der kleine Saal der Römerhalle war bis auf den letzten Platz besetzt, als Jürgen Poth, der Guggugg aus Spachbrücken, seinen Liederabend begann. Mit heiteren und z. T. frivolen Liedern, Gedichten und Geschichten unterhielt er sein Publikum auf das Beste. In der Pause ließ man sich Kardoffelsupp mit Quetschekuche schmecken - ein rundum genussreicher Abend.

 

 

  
 

 

Der HVD hat neue Stadtführer

 

 
 

 

 

 

Hinten Inge Herbich, Wolfgang Hönche, Maria Bauer, Franz Zoth

Vorn Anne Sattig, Ulrike Posselt, Andrea Schuler

 

Seit vielen Jahren bietet der Heimatverein Dieburg Stadtführungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an. Vorrangig wurden diese Führungen von Anne Sattig übernommen. Um Sattig zu unterstützen, hat sich nun eine kleine Gruppe von neuen Stadtführern zusammengefunden. Eingeführt und mit Materialien ausgestattet wurden sie von Ulrike Posselt vom Büro für Stadtkommunikation der Stadt Dieburg. Zu den Gästeführern gehören neben Anne Sattig, Franz Zoth, der auch in der Vorweihnachtszeit als Nachtwächter durch Dieburg führt, Andrea Schuler, die sich auf Kinderführungen spezialisiert hat, Inge Herbich, die eine allgemein-thematische Stadtführung anbietet und der Stadtrat Wolfgang Hönche, der in der Vergangenheit Spaziergänge durch Dieburg begleitet hat. Außerdem führt Hans Dörr durch die Wallfahrtskapelle und Karin Gottlieb ist auf Führungen für Schulklassen spezialisiert.

Wer Interesse an solch einer Führung hat, wendet sich telefonisch an Maria Bauer unter der Nummer 06071/5238 oder Heinz G. Schirling, Tel. 06071/2 52 14.

 Nachtwächter-Rundgänge 2012

Die Nachtwächter-Rundgänge waren an allen 4 Abenden voll ausgebucht, die beiden Spielszenen mit Politikbezug aus der Zeit kurz vor und nach dem 2. Weltkrieg fanden viel Beifall.

Der Marktplatz war an allen Abenden auch bei schlechten Wetter gut besucht.

 

 


 
 
 

 

Heimatverein Dieburg e. V. - Vorsitzende Maria Bauer - Tel. 06071-5238  | Kontakt: Siehe Menü "Kontaktformular" und "Impressum".